Inception Deck

Das Inception Deck hilft dir beim Schließen der Lücke zwischen der strategischen Entscheidung über Produktvision und Business Model und dem Start der operativen Arbeit. Es ist ein taktisches Tool, mit dem du die Erwartungen deiner Stakeholder auf ein gemeinsames Ziel hin abgleichen und ausrichten kannst.

Ziel

Ziel des Inception Decks ist es, wichtige Fragen zum Vorhaben zu klären und einen gemeinsamen Ansatz zu formulieren. Zu Beginn eines Vorhabens sind die Vorstellungen der Beteiligten davon, was “Erfolg” bedeutet, meistens sehr unterschiedlich. Durch das Erarbeiten eines Inception Decks werden die unterschiedlichen Vorstellungen und Annahmen transparent. Das ermöglicht wiederum, sich auf eine gemeinsame Sichtweise zu Kontext, Zielen, Zielgruppen und den zu erledigenden Dingen zu einigen.

image-left Stakeholder können auf Basis des Inception Decks eine Go- oder No go- Entscheidung für das Produkt treffen. Dein Produktteam trifft mit Hilfe des Inception Decks bessere Entscheidungen im Alltag.

Geschichte

Die Project Inception und das zugehörige Inception Deck wurden ungefähr 2004 von Mitarbeitern von Thoughtworks entwickelt. Je nach Quelle wird Luke Barrett oder Robin Gibbons als Urheber genannt. Später stellten Jonathan Rasmusson und Jeff Patton das Inception Deck in ihren Werken vor.

Das Tool wurde von Paolo Caroli weiterentwickelt. Caroli nennt diese Weiterentwicklung Lean Inception, da sie sich ausschließlich auf Fragen beschränkt, die das zu entwickelnde Produkt betreffen.

Funktionsweise

Das Inception Deck besteht aus 10 Punkten, die geklärt werden müssen, bevor das Vorhaben in die operative Phase starten kann.

Die 10 Punkte des Inception Decks nach Jonathan Rasmusson
Die 10 Punkte des Inception Decks nach Jonathan Rasmusson

1. Warum sind wir hier?

Hier wird festgehalten, was der Grund für die Entwicklung des Produkts ist. Warum investiert das Unternehmen?

2. Elevator Pitch erstellen

Stell dir vor, du hast 30 Sekunden, um jemanden von deinem Produkt zu überzeugen. Was würdest du sagen?

3. Product Box erstellen

Wenn es dein Produkt im Geschäft zu kaufen gäbe: Wie sähe die Verpackung aus? Was würde drauf stehen, das potenzielle Käufer und Nutzer begeistert?

4. Die NOT Liste

Was ist für die kommende Phase des Produkts nicht vorgesehen? Welche Funktionalitäten werdet ihr (noch) nicht umsetzen? Welche Aktivtitäten lagert ihr lieber an Partner aus?

5. Die Nachbarn treffen

Welche Menschen müsst ihr einbinden, bevor das Produkt live geht? Wer ist Teil der Produkt Community?

6. Die Lösung zeigen

Wie sieht die grobe technische Architektur des Produkts aus?

7. Was hält uns nachts wach?

Welche Risiken bestehen für den E rfolg des Produkts?

8. Wie groß ist das?

Wie lange wird die nächste Phase der Produktentwicklung ungefähr dauern?

9. Was muss dran glauben, wenn es eng wird?

Welche Hebel sind für die nächste Phase der Produktentwicklung am wichtigsten? Ist es Zeit, Umfang, Budget, Qualität?

10. Was braucht es?

Wie viel Zeit werdet ihr brauchen, um das erste Release des Produkts zu präsentieren? Wie viel wird es kosten und wie soll das Team aussehen?

Eine ausführlichere Beschreibung der 10 Schritte und ein PowerPoint-Template findest auf der Website von Jonathan Rasmusson. Die Strukturierung der Folien hilft dir und deinen Stakeholdern bei der Beantwortung der Fragen.

Einsatz

Das Inception Deck wird in einem Workshop mit Stakeholdern erarbeitet, die maßgeblich zum Erfolg des Produkts beitragen. Dies können Kunden, Team-Mitglieder und interne Stakeholder sein. Besonders effektiv ist die Arbeit, wenn all diese Menschen an einem Ort zusammenkommen. Einige Punkte des Inception Decks können im Vorfeld des Workshops ggf. schon vorbereitet werden. So hast du als Product Owner vielleicht schon Ideen für die Antworten auf die Punkte 1-4.

Bis ein Inception Deck ausgefüllt ist, kann es einige Tage oder auch Wochen dauern.

Den Inception Workshop und das daraus resultierende Inception Deck setzt du vor dem Start der operativen Arbeit an einem Projekt ein, um alle an Bord zu holen und die schwierigen Fragen zu beantworten.

Das Deck bezieht sich in der ursprünglichen Konzeption von Jonathan Rasmusson auf den Zeitraum von einigen Monaten mit einem Release am Ende. In der Praxis hat sich das Inception Deck auch für größere Vorhaben bewährt. Hier erstellst du die Antworten auf die Punkte 1-9 bezogen auf ein umfangreicheres Produkt und fasst zum Punkt 10 zusammen, was du für die erste Phase benötigst.

Das Inception Deck sollte immer, wenn sich die Richtung der Produktarbeit oder ein Ziel ändert, überprüft werden. Außerdem sollten regelmäßig neue Erkenntnisse und Entwicklungen eingebracht werden. Das Inception Deck dient dann auch zur Vorbereitung des nächsten großen Meilensteins.

Das Inception Deck kann im Team Space aufgehängt werden, um alle daran zu erinnern, was das Ziel des Projektes ist.

Beispiele

Ein Beispiel-Inception Deck findest du auf der Website von Jonathan Rasmusson.

Tools

Wir empfehlen dasInception Deck Template von Jonathan Rasmusson.

Fragen

  • Wen würdest du zu einem Inception Workshop einladen?
  • Welcher der 10 Punkte des Inception Decks wäre für dich und dein Team am schwersten zu beantworten?
  • Auf welche Punkte des Inception Decks würde jedes Teammitglied die gleiche Antwort geben?
  • Lohnt sich ein Inception Workshop für dein Produkt?

Diskussionen

Hier geht es zu den Diskussionen zu Handbuchkapiteln auf dem oncampus.

Downloads

Das Inception Deck Template von Jonathan Rasmusson als PPT-Template